Politik & Gesellschaft

Mi
20.03.2019

11 Uhr
Studio

Eintritt frei

Selge spielt einen Extremphobiker, dessen Leben einer einzigen langen Panikattacke gleicht. Als er erfährt, dass er nur noch drei Monate zu leben hat, sind alle Ängste wie weggeblasen. Auch seinem Chef, dem Abteilungsleiter Oberländer, geigt er jetzt mal so richtig die Meinung. Bei einer Krisensitzung in der Chefetage schlägt er eine „Neurosenversicherung“ vor. Jeder habe Angst vor einer Neurose. Jede*r würde sie abschließen, aber niemand in Anspruch nehmen wollen. Denn, so argumentiert der Paniker forsch, „Trennungsangst, Bindungsangst, Isolation – das sind doch die Probleme, mit denen sich der moderne Erwachsene heute herumschlägt. Aber wer würde schon zugeben, ein Neurotiker zu sein?“ Dem Abteilungsleiter, dem dabei die Kinnlade runterklappte, wirft er vor: „Durch Ihre Sturheit und Angst vor neuen Herausforderungen gefährden Sie unsere Arbeitsplätze.“ Er fordert ihn auf:
„Lassen Sie doch die Kollegen in Ruhe. Die können doch nichts dafür. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.“ Der Versicherungschef spricht den Ex-Phobiker später unter vier Augen an. Er habe den Abteilungsleiter schon lange ersetzen wollen. „Ich wusste nur noch nicht durch wen. Jetzt weiß ich es: Sie sind mein Mann.“ Da habe er ihn aber gründlich missverstanden, kontert der Ex-Phobiker. Denn „der Kopf dieser ganzen Scheiße sind Sie.“

Warum fällt es uns so schwer, uns von unseren Ängsten zu befreien? In welchen Situationen ist es sinnvoller, nicht offen seine Meinung zu sagen? Wann ist Diplomatie angesagt, wann ein offensives Auftreten? Dies wollen wir am Beispiel von „Angsthasen“ diskutieren.

Veranstalter*innen: Mittwochsfrühstück der Erwerbslosen und prekär Beschäftigten