Wort & Bühne

So
20.10.2019

11 Uhr
Kneipe

Eintritt 3€

 

Betty führt ein heiles Familienleben in einer deutschen Großstadt. Als sie im Sommer 2015 die syrische Flüchtlingsfamilie Ibrahim kennenlernt, ist plötzlich alles ganz nah: der Krieg, der Islam und die Politik. Während die Kinder viel Zeit mit den beiden syrischen Jungen verbringen, versuchen Betty und ihr Mann der Familie zu helfen. Eine Freundschaft entsteht, die jedoch immer wieder auf die Probe gestellt wird, da die »Fremden« oftmals auf Ablehnung stoßen. Ungerechtigkeit und Bürokratie zwingen die junge Mutter, sich mit ihrer eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen. Auch ihre Vorfahren waren Flüchtlinge, die während des 2. Weltkriegs aus Ostpreußen und Oberschlesien vertrieben wurden. Sie mussten ihre Heimat verlassen und sich anderswo eine neue aufbauen. Betty wird schmerzlich bewusst, dass es sowohl damals als auch heute Menschen in Deutschland gibt, die sich unwillkommen fühlen. Wie kann dieses Rad der Geschichte gebremst werden? Und wie kann Betty den Ibrahims helfen?

Marina Jenkner stellt mit Detailgenauigkeit die Xenophobie der Deutschen dar. Es sind Bilder, die jeden Abend die Wohnzimmer überfluten und Meinungen formen. Aus solchen Bildern und aus der eigenen Familiengeschichte inspiriert spinnt sie eine Geschichte die auf wahren Begebenheiten basiert. Dabei beweist ihre Handlung, dass die Angst vor Fremden kein neues Phänomen in der Gesellschaft ist. Das Überwinden aber dieser Angst ist ein Lernprozess, der kühle Köpfe und mutige Herzen braucht. »Von dem Mosaik der Erlebnisse und Gedanken, die sich zu einem Ganzen fügen.«

Marina Jenkner wurde 1980 in Detmold geboren. Nach dem Germanistik, Kunst-Designwissenschaften und Architektur Studium arbeitete sie als freiberufliche Schriftstellerin, Filmemacherin und Werbetex-terin. Bereits während des Studiums veröffentlichte sie erste Lyrik und Kurzgeschichten, drehte über ein Dutzend Kurzfilme und 2003 den Spielfilm »Blaue Ufer«. 2006 erschien ihr erstes Buch »WUPPERlyrik.« Im Oktober 2015 gründete Marina Jenkner den Kulturort »Die arme Poetin« in der Wuppertaler Spitz-wegstraße. Sie setzt sich aktiv für die regionale Literaturszene ein, ist Dozentin für Kreatives Schreiben und führt Lesungen und Schreibworkshops in Schulen durch.

gga-brd.de/
www.marina-jenkner.de
http://groessenwahn-verlag.de/

Veranstalter*innen: Gesellschaft Griechischer AutorInnen in Deutschland e.V. & zakk