Politik & Gesellschaft

Do
23.04.2020

20 Uhr
nicht im zakk

Eintritt frei

Die Historikerin Barbara Manthe, Leiterin des DFG-Forschungsprojekts „Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland, 1970-1990“ beim Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus (FORENA) an der HSD beleuchtet die Geschichte des Rechtsterrorismus in Westdeutschland vor 1990. Obwohl in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren rechtsterroristische Gewalt in der Bundesrepublik regelrecht eskalierte, liegt die Geschichte extrem rechten Terrors und seiner Opfer immer noch weitestgehend im Dunkeln. Der Vortrag wirft einerseits einen Blick auf zentrale Ereignisse und Opfer- gruppen des Rechtsterrorismus zwischen 1970 und 1990. Andererseits fragt er nach dem Erinnern an diese Taten. Dabei stehen vor allem die Opfer und der Umgang mit ihnen im Fokus.

Mit der aktuellen Reihe wollen wir uns gemeinsam mit FORENA der Frage annähern, welchen Stellenwert die Erinnerung an rechte Gewalttaten im kollektiven Gedächtnis einnimmt.
Zentraler Ausgangspunkt ist dabei die oft marginalisierte Perspektive der Betroffenen von rassistischer Gewalt. Im Fokus steht die Frage, ob und wie an Gewalttaten erinnert wird, welche erinnerungskulturellen politischen und medialen Praxen dabei entstehen und welche gesellschaftlichen Ein- und Ausschlüsse produziert werden.

Fast 200 Todesopfer rechter Gewalt hat die Amadeu Antonio Stiftung von 1990 bis heute gezählt. Die junge Geschichte der wiedervereinigten Bundesrepublik kann nicht erzählt werden ohne die pogromartigen Brandanschläge der frühen 1990er Jahre, ohne die vielen Fälle rassistischer Straßengewalt und ohne die rechtsterroristischen Morde des NSU. Die Geschichte tödlicher rechter Gewalt hat Kontinuität in der Bundesrepublik und sie reicht bis in die Gegenwart: Tätliche Angriffe, Morddrohungen und Todeslisten seitens extremer Rechter sind derzeit brutale Realität.

Wie kann eine angemessene Erinnerungsarbeit für die Opfer rechter Gewalt gestaltet werden? Diese Frage wollen wir vor allem mit den Menschen diskutieren, die von rassistisch motivierter Gewalt oder anderen Formen von Rassismus betroffen sind.

https://erinnerungsort-duesseldorf.de/neuigkeiten/214-erinnern-hei%C3%9Ft-handeln-2019-2020

Veranstalter*innen: Die Reihe des Erinnerungsortes Alter Schlachthof wird gemeinsam mit FORENA realisiert. Mit freundlicher Unterstützung des Landesintegrationsrates NRW und des Kulturzentrums Zakk, mit Förderung der LAG NW, Land NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft, der Landeszentrale für politische Bildung NRW sowie des People of Color-Referats des AStAs der HSD.