zakk spielt nicht mit!
Keine Übertragung der Fußball - WM 2022!

Sommer 1996: 20 begeisterte England-, Frankreich- und Deutschland-Fans verfolgten die Finalrunde der EM im zakk Biergarten auf dem Fernseher. Die Begriffe „public viewing“ oder „Rudelgucken“ waren zwar noch lange nicht erfunden, aber trotzdem wurde dieses erste schöne Happening im Flingeraner Sonnenschein die Vorlage für alle folgenden Übertragungen.
Mit zunehmender Gästezahl kamen wie selbstverständlich kleine, zakk-typische Ideen hinzu. Fernseher wurden zu Beamern, es wurde gegrillt, es wurde auf Torwände geschossen, ghanaische Trommelgruppen heizten vor und während des Spiels den Gäste ein. Es gab Fußball-Kabarett, es gab länderspezifische Küche und und und.

Aber 2022 spielen wir nicht mit! Schon im Sommer haben wir das beschlossen und im zakk Journal zum Straßenfest im September verkündet: Die WM in Katar ist nicht das Fest, das wir uns wünschen und lässt all das vermissen, wofür wir stehen.
Man weiß leider gar nicht, wo man mit der Kritik anfangen soll. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren das katarische Regime scharf: Frauen würden im Golfstaat unterdrückt, Aktivist:innen gefoltert. Homosexualität ist per Gesetz verboten, die Strafen sehen Auspeitschen und Inhaftierung vor. Der katarische WM-Botschafter und Ex-Nationalspieler Khalid Salman scheute sich kürzlich nicht, im Interview mit dem ZDF Homosexualität öffentlich als "geistigen Schaden" zu bezeichnen.

Auch über den Bau der Stadien wurde viel geschrieben. Der «Guardian» berichtete im März 2021 über brutale Arbeitsbedingungen und dass bis zu diesem Zeitpunkt 6500 Arbeiter:innen - darunter viele Arbeits-Migrant:innen - auf den WM-Baustellen gestorben seien. All das gibt wenig Anlass zu feiern. Die nachgewiesene Korruption bei der Vergabe der WM passt traurigerweise nur zu gut ins Bild. Auch andere WMs und EMs in der Vergangenheit kann man kritisieren - keine Frage. Aber wir haben es immer vertretbar gefunden, die Turniere zu übertragen und als Vorlage zu nutzen, um uns zu positionieren:

Wir möchten weltoffene Spiele, gleichberechtigt und selbstbestimmt. Hoffentlich bis 2024 zur Europameisterschaft!


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#keinkatarinmeinerkneipe
#boycottqatar