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Am 18.05.2026 ist eines der zakk-Gründungsmitglieder, Rainer Wittek, verstorben.
Wir im Vorstand hatten in den letzten Jahren immer wieder Begegnungen mit ihm, etwa an unseren 1.-Mai-Ständen. Diese Begegnungen waren herzlich, berührend und spannend. Rainer hatte viel zu erzählen, war von Anfang an dabei und trug noch immer genauso viel Herz für das zakk in sich wie vor fast 50 Jahren. Wir hätten uns sehr gewünscht, gemeinsam mit ihm das 50-jährige Jubiläum zu feiern.
Wie wird man einem solchen Menschen gerecht? Vielleicht, indem Weggefährt zu Wort kommen.
Als mich vor wenigen Tagen die Nachricht erreicht hat, dass Rainer Wittek gestorben ist, war ich bestürzt. Noch vor gut zwei Monaten haben wir zusammen im Café Amidi auf der Nordstraße gesessen und natürlich auch über alte Zeiten im zakk gesprochen.
Dabei wurde mir erneut bewusst, wie wichtig Rainer in der Gründungs- und Aufbauphase des zakk war. Für Politik und Stadtverwaltung war er der entscheidende Ansprechpartner und ein starker Motor für die Entstehung eines soziokulturellen Zentrums in Düsseldorf. Sein Verständnis von Soziokultur verband Kunst, Kultur und Politik und setzte auf Selbstverwaltung sowie Alternativen zur etablierten Kultur. Als Architekt koordinierte und begleitete er Anfang der 80er Jahre die umfangreichen ehrenamtlichen Bauleistungen beim Umbau der Fabrikhalle.
Rainer stand für die Autonomie des zakk und akzeptierte keine Einflussnahme von außen. Persönlich verdanke ich ihm viel: 1985 setzte er sich dafür ein, dass ich trotz politischer Vorbehalte aus der Verwaltung eine Stelle im zakk antreten konnte. Daraus wurden später 16 Jahre Arbeit in unterschiedlichen Bereichen des Hauses.
Rainer war nicht immer einfach in der Kommunikation und hatte seinen eigenen Kopf. Aber er war immer geradeaus und hatte die Sache des zakk im Blick. Er verdient großen Respekt für sein Engagement für ein unabhängiges soziokulturelles Zentrum, das heute wichtiger denn je ist.
Besonders passend erscheint mir heute dieses Zitat von ihm:
„Und die [Soziokulturellen Zentren], die sich gegründet haben in den 70er, 80er Jahren, die waren [später] etabliert, institutionalisiert. Vielleicht das eine oder andere ein bisschen politisch weichgespült. Das zakk aber nicht und das ist, was mich stolz macht.“
Reinhold Knopp
Auch mich hat die Nachricht von Rainer Witteks Tod überrascht, betroffen und traurig gemacht. Ich kannte ihn nicht aus seiner aktiven zakk-Zeit, wusste aber um seine große Bedeutung für die Gründungsphase und den Umbau der alten Klöckner-Fabrikhalle.
Unser Kontakt entstand später, als Rainer in Berlin die Idee verfolgte, ein leerstehendes Schlösschen in Charlottenburg zu einem soziokulturellen Zentrum umzuwandeln. Beeindruckend waren sein Elan und seine Tatkraft. Er war kein Theoretiker, sondern ging Fragen pragmatisch an, blieb neugierig und interessierte sich für aktuelle Entwicklungen in der Soziokultur.
Nachdem er nach Düsseldorf zurückgekehrt war, interessierte er sich vor allem für die aktuelle Entwicklung des zakk und kulturpolitische Fragen. Er besuchte das Straßenfest und kam regelmäßig zum 1.-Mai-Stand.
Eigentlich waren wir lose verabredet, uns zum 50-jährigen Jubiläum 2027 noch einmal ausführlich über die Gründungsphase auszutauschen. Schade, dass diese Chance nun verpasst ist.
Danke, Rainer, für alles, was Du für das zakk geleistet hast. Wir werden das Jubiläum nächstes Jahr feiern – und hätten es gerne gemeinsam mit Dir getan.
Jochen Molck
Ich habe Rainer Wittek kurz vor meinem offiziellen Start im zakk 2024 am 1.-Mai-Stand kennengelernt. Er kam direkt und sehr herzlich auf mich zu und brachte mir zum Einstieg eine Rose mit.
Wir kamen sofort intensiv ins Gespräch. Besonders spannend fand ich, jemanden zu treffen, der bei den allerersten Schritten zur Gründung des zakk dabei war. Er erzählte von Reisen zu den ersten Kommunikationszentren und von seiner Beteiligung an den baulichen Vorplanungen. Beeindruckt haben mich vor allem die Details, an die er sich noch erinnern konnte.
Eigentlich wollten wir uns noch einmal treffen, um weitere Ideen zu besprechen. Dazu kam es leider nicht mehr. Schade – ich hätte sehr gerne noch mehr von Rainer erfahren.
Nun ist er gegangen, und mit ihm auch viel erlebte Geschichte. Bleibt nur ein Abschiedsgruß:
Danke, lieber Rainer, dass du das zakk mit möglich gemacht hast.
Mach’s gut, Rainer, und vielen Dank!
Der Vorstand – Farid, Happus, Stefan, Lukas, Jona, Katharina, Ulrike, Heike