Musik

So
24.10.2021

15 Uhr
Einlass 15 Uhr
Halle

Eintritt frei
Die Veranstaltung wird unter der 2G Regelung stattfinden. Ein vollständiger Impfnachweis oder Genesenennachweis, in Zusammenhang mit einem gültigen Lichtbildausweis, ist erforderlich.

Der Kampf gegen Rassismus ist in Deutschland heute sichtbarer denn je. Wir sprechen über Rassismus und nicht mehr über „Ausländer-/Fremdenfeindlichkeit“. Die Black Lives Matter- Demonstrationen im Sommer 2020, die Kritik an rassistischen Strukturen am Düsseldorfer Schauspielhaus, die öffentlichen Debatten nach der Sendung „Die letzte Instanz“, der Kampf der Opferfamilien in Hanau um Aufklärung, der anti-rassistische Aktivismus junger People of Colour in sozialen Medien und viele weitere Bewegungen und Auseinandersetzungen signalisieren vor allem eins: Es gibt kein Zurück zu einer vermeintlichen Normalität, in der die sogenannte Mehrheitsgesellschaft Diskussionen um Rassismus an den Rand drängen konnte.

Deutschland ist heute dank der relativen Autonomie der Migration migrantischer geprägt denn je – auch in Düsseldorf. Viele Menschen sind in den vergangenen 70 Jahren gekommen und geblieben, auch wenn anfangs offiziell gewünscht war, dass sie gehen sollten. Nicht erst, seitdem Geflüchtete im Sommer der Migration 2015 das europäische Grenzregime überwanden und heute ein Teil von uns sind. Egal ob, wann und woher wir oder unsere Familien nach Deutschland eingewandert sind, wir leben hier zusammen, wir fordern gleiche Rechte und ein Update der Gesellschaft ein.

Der Kampf gegen Rassismus ist dabei nötiger denn je. Im Bundestag und den Landes- und Stadtparlamenten propagiert die AfD offen Rassismen, die bis in die Mitte der Gesellschaft hinein geteilt werden. Die Mord-Anschläge von Hanau und Halle, die Ermordung Walter Lübkes haben uns einmal mehr schmerzlich bewusst werden lassen, zu welchen Taten Rassisten und Antisemiten nach wie vor fähig sind. Der Tod von Ahmad Amad ebenso wie rechte Chatgruppen unter Polizist*innen oder wiederholte Kritik an rassistischen Verhaltensweisen der Düsseldorfer Polizei führen uns das Problem des institutionellen Rassismus vor Augen. Im Zuge der Corona-Krise ist zudem die Diskriminierung und Ausbeutung osteuropäischer Arbeiterinnen und Arbeiter in der deutschen Fleischindustrie und Landwirtschaft besonders deutlich geworden. Last but not least, islamistische und türkisch-nationalistische Rechtsextreme säen Hass und Gewalt.

Wir fragen deshalb: Wie sieht der Anti-Rassismus der Zukunft aus?

Wir laden hierzu am Tag der Vielfalt in Düsseldorf zum Cosmopolis-Festival im zakk ein, um mit anti-rassistischen Expert*innen und Aktivist*innen mit unterschiedlichen Hintergründen und Handlungsfeldern aus Deutschland und Düsseldorf zu diskutieren. Wo stehen wir heute im Kampf gegen Rassismus? Wo wollen wir hin? Wie gehen wir vor? Und wie können wir unsere Kräfte bündeln? Diese Auseinandersetzung findet in Form von Town-Hall-Talks statt, bei denen die Expert*innen und Aktivist*innen an einem runden Tisch in der Mitte der Halle sitzen. In diesen Runden nehmen sie Stellung zu den genannten Fragen und treten in die Diskussion ein mit dem Publikum, das in der Halle das Mikro und das Wort ergreifen kann. Das Programm wird filmisch dokumentiert sowie für eine Buchpublikation aufbereitet. Dies macht die Düsseldorfer Auseinandersetzung mit dem Thema bundesweit verfügbar.

Zudem stellen antirassistische Initiativen aus Düsseldorf Ihre Arbeit an Info-Ständen vor. Es wird ein Antirassismus-Orakel geben, zu dem jede Person aus dem Publikum gehen und eine Frage zum Thema „Rassismus“ stellen kann, die einige Referent*innen aus den Town- Hall-Talks beantworten. Das Musikprogramm bestreiten zum größten Teil in Düsseldorf und Umgebung lebende und wirkende Musiker*innen, die die Vielfalt der Einwanderungsgesellschaft unserer Stadt widerspiegeln. Neben der Diskussion steht damit auch der Aspekt des Zusammenkommens und Feierns über Herkunftsgrenzen hinweg im Vordergrund.

Veranstalter*innen: Veranstalter*innen: Multikulturelles Forum e.V. & zakk mit freundlicher Unterstützung von Soziokultur NRW und des Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW