Politik & Gesellschaft

Do. 19.11.2026

18 Uhr
Kneipe

Eintritt frei
Alle weiteren Mitmachangebote sind auch kostenlos.

Ist Teilhabe eine Frage des Könnens oder der Kontakte? Wer entscheidet eigentlich, wann Kunst gut genug ist, um gezeigt zu werden? Und wie sehr bestimmen unsere Vorstellungen von Perfektion darüber, ob wir uns überhaupt trauen, sichtbar zu werden?

Welche Arbeiten als ausstellungswürdig gelten, ist selten nur eine Frage ihrer Qualität. Finanzielle Möglichkeiten, persönliche Netzwerke und unausgesprochene Erwartungen des Kunstbetriebs entscheiden mit. Und manchmal beginnt die Hürde schon bei uns selbst: mit dem Gefühl, noch nicht gut genug zu sein.

Mit Friends not Formalities hinterfragen wir diese Vorstellungen. Uns interessieren weniger perfekte Ergebnisse als vielmehr die Prozesse, Experimente und Begegnungen, die Kunst und Gestaltung hervorbringen.

Vom 19. bis 21. November 2026 geht Friends not Formalities in die zweite Runde. Mit 13 ausstellenden Künstlerinnen, zwei Graffiti-Künstlerinnen sowie Kollektiven, Kulturschaffenden, Workshopleiterinnen, Fotografinnen und Videografinnen, die das Projekt gemeinsam prägen. Ein besonderer Fokus liegt auf BIPoC, FLINTA und marginalisierten Perspektiven, die im etablierten Kunst- und Kulturbetrieb noch immer zu wenig Raum
bekommen.

Eine Ausstellung, die sich verändert. Auch durch euch.


Warum eigentlich immer nur anschauen? Schnappt euch eine Sofortbildkamera, haltet fest, was euch auffällt, bewegt oder irritiert, und entscheidet selbst, wo eure Bilder in der Ausstellung hängen. So wird die Kuration zum gemeinsamen Prozess und der Raum verändert sich mit jeder neuen Perspektive. Wer bestimmt hier eigentlich, was gezeigt wird?

Drei Tage, viele Stimmen und noch mehr Möglichkeiten.

Am Donnerstag eröffnen wir mit Kunst, Live-Musik und Spielen, die mehr können, als nur das Eis zu brechen. Mit dabei sind ein eigens entwickeltes Kennenlernspiel einer Gestalterin und Spiele des Verlags Spielköpfe, die Sexismus, Queerfeindlichkeit und rechte Hetze thematisieren. Wer auf der Bühne stehen wird? Das bleibt vorerst eine kleine Überraschung.

Am Freitag teilen IGEPA und das Kollektiv Orienttreff ihr Wissen über Papier, Typografie und kollektive Gestaltung. Bei „Sawa (ﺳوا) – Collective Voices in Type“ werden individuelle Handschriften zu einer gemeinsamen visuellen Arbeit. Anschließend diskutieren wir mit der Medienkünstlerin, Kuratorin und Dozentin Marie Christine Köhler und weiteren Gästen über
Kunst und Gesellschaft. Parallel entsteht im Biergarten eine Graffiti-Arbeit, die am Samstag Teil der Ausstellung wird.

Am Samstag wird mit Reflect and Craft vorhandene Kleidung neu gedacht, bevor das Kollektiv i,Slam Sprache als künstlerisches und politisches Ausdrucksmittel aufgreift. Ihr könnt eigene Texte entwickeln und euch ausprobieren. Anschließend treffen beim Poetry Slam unterschiedliche Stimmen aufeinander.

Freitag und Samstag bieten außerdem geführte Rundgänge die Möglichkeit, den Arbeiten und ihren Hintergründen näherzukommen.

Die beteiligten Kollektive sind dabei weit mehr als ein Rahmenprogramm. Uns verbindet die Überzeugung, dass Kunst, Gestaltung und politische Bildung nicht voneinander getrennt gedacht werden müssen. Statt Wissen nur zu vermitteln, möchten wir es gemeinsam teilen, hinterfragen und weiterentwickeln.

Ob ihr mitgestaltet, diskutiert oder einfach nur neugierig seid, entscheidet ihr selbst. Vorkenntnisse braucht ihr keine.

Bringt eure Fragen mit. Eure Ideen. Gerne auch eure Zweifel. Wir sehen uns im zakk!

https://fnf.kollektiv/

Veranstalter:innen > Das fnf kollektiv in Kooperation mit zakk