Wort & Bühne

So
22.11.2020

11 Uhr
nicht im zakk

Eintritt frei

Die Tatsache, dass griechische Migranten in verschiedenen Ländern Europas, aber auch Amerikas und Australiens sich nicht nur theoretisch mit der „Griechischen“ Literatur der Diaspora beschäftigt haben und immer noch beschäftigen, ist allgemein recht bekannt. Aber dass sie selbst mit eigener literarischer Produktion in Deutschland hervortreten, ist noch nicht überall und ausreichend zur Kenntnis genommen worden.
Auf der anderen Seite sind recht viele literaturwissenschaftliche Arbeiten verfasst worden zum Thema Migrantenliteratur und zwar nicht nur von griechischen Forschern, sondern auch von literarisch interessierten deutschen Kollegen.
Die Personen, und insbesondere Migranten der zweiten und bereits dritten Generation, schaffen neue nationale Identitäten. Es werden neue Stimmen hörbar, indem sie ihre Wurzeln in der Vergangenheit neu entdecken. Gleichzeitig aber ist auch der Wunsch zu spüren, die Geschichte neu zu schreiben, indem sie von ihrer Gegenwart und ihren vielfältigen eigenen Erlebnissen ausgehen. Sie berufen sich auf ihre oder ihrer Eltern Vergangenheit, die sie aus Informationen von der vorigen Generation kennen. Sie wissen Bescheid über die Traditionen und die Sitten ihrer mittelbaren griechischen Umgebung, die sie eventuell gar nicht persönlich kennengelernt haben, aber sie lassen sie in ihrer Literatur durch die Erinnerung und den Erzählungen der anderen aufleben. Wobei sie eine besondere, sehr interessante, aber auch lebenswichtige Beziehung zu ihren beiden „Heimaten“ schaffen, oder, wie manche behaupten, sie erfinden so „eine neue Heimat“.
Das neue Thema, das wir mit dieser Veranstaltung diskutieren wollen, ist festzumachen auf der Basis der literarischen Produktion der Griechen in Deutschland, ob diese Literatur als griechische Migrantenliteratur verstanden werden kann oder ob wir vielleicht eher über eine „Migration der Griechischen Literatur“ nach Deutschland sprechen können. Wobei wir
natürlich die jeweilige Zeit (früher oder jetzt) und den Ort (erste, zweite oder beide Heimaten) in Betracht zu ziehen haben.
Ebenfalls möchten wir über die literarische Zeitschrift unserer Gesellschaft „LOGOGRAPHIA“ diskutieren als ein literarisches Experiment, das nicht nur von unseren Mitgliedern sehr gut angenommen wurde, sondern eine besondere Anerkennung von allen ernsthaft literarisch Interessierten in unseren beiden Ländern gefunden hat, da die Beiträge sowohl auf Griechisch als auch auf Deutsch und oft auch zweisprachig verfasst worden sind. Man hat nämlich festgestellt, dass diese Zeitschrift eine hohe Qualität aufweist, eine interessante Thematik behandelt und darüber hinaus auch optisch sehr hübsch aussieht.

gga-brd.de/

Veranstalter*innen: Gesellschaft Griechischer AutorInnen in Deutschland e.V. & zakk